Freitag, 22. April 2016

Implantat gegen Gleichgewichtsstörungen

„Forschungserfolge auf dem Weg zum ersten Implantat gegen Gleichgewichtsstörungen!“

Im November 2015 wurden erstmals anatomisch und funktionell optimierte Stimulationselektroden in Innsbruck gefertigt:

Im Rahmen eines Zwischenberichts zum Projekt „VAMEL“ (Vestibular Anatomy Modeling and Electrode Design) konnte die Forschungsgruppe erste wichtige Erfolge auf dem Weg zur Entwicklung der weltweit ersten implantierbaren Vestibular-Prothese, einem Implantat zur Linderung von chronisch schweren Fällen von Gleichgewichtsstörungen, präsentieren. Jetzt wird an der Weiterentwicklung der Elektroden von der Grundlagenforschung hin zum marktreifen Produkt gearbeitet. Das Land Tirol stand mit der Technologieförderung für die ausführende Firma MED-EL bereits von der ersten Stunde an Pate bei diesem Projekt.

Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Tirol

„Der Zwischenbericht zum Projekt ‚VAMEL‘ ist äußerst erfreulich und lässt für die Zukunft effiziente Hilfe für Millionen Menschen mit schweren Gleichgewichtsstörungen erwarten. Tirol zeigt hier einmal mehr in Wissenschaft, Forschung, Gesundheit und Wirtschaft auf.

Damit entsteht ein neues Medizinprodukt, das hier in Tirol erdacht, erforscht und entwickelt wird“, betonte LRin Patrizia Zoller-Frischauf im Rahmen einer internen Präsentation der Firma MED-EL mit ihren Partnern im Audioversum in Innsbruck.

Technologie aus Tirol für die Welt

Stolz zeigt sich die Wirtschaftslandesrätin über die Tatsache, dass das Land Tirol mit seiner Technologieförderung von der ersten Stunde an als Pate dem Projekt „VAMEL“ zur Seite stand: „Ein neues Implantatsystem gegen Gleichgewichtsstörungen könnte von Tirol aus den Medizin-Weltmarkt erobern und einer großen Anzahl von PatientInnen erstmals Hilfe bringen.“

Denn allein in Europa und den USA sind rund 500.000 Menschen so schwer von Störungen des Gleichgewichtssinns betroffen, dass sie keinem geregelten Leben nachgehen können.

Gelungene Teamarbeit

 „VAMEL“ ist ein Projekt der Tiroler Unternehmen MED-EL Medical Electronics GmbH, synedra information technologies GmbH und Sistro Präzisionsmechanik GmbH in Zusammenarbeit mit dem Labor für Innenohrforschung, dem Institut für Biomedizinische Bildanalyse sowie dem Institut für Elektrotechnik und Biomedizinische Technik der Medizinischen Universität Innsbruck und UMIT.

Aufbauend auf Forschungsergebnisse, jahrzehntelange Entwicklungserfahrung bei der Cochlea-Implantatentwicklung und den umfassenden Erkenntnissen zur Stimulierung neuronaler Strukturen verfügt das interdisziplinäre Team über beste Voraussetzungen für das ambitionierte Projekt. 

Fakten zu MED-EL

MED-EL Medical Electronics mit Hauptsitz in Innsbruck und 29 Niederlassungen weltweit ist ein führender Anbieter von Hörimplantat-Systemen. Die österreichischen WissenschaftlerInnen und GründerInnen des Unternehmens, Ingeborg und Erwin Hochmair, entwickelten im Jahr 1977 das erste mikroelektronische Mehrkanal- Cochleaimplantat und legten 1990 mit der Einstellung ihrer ersten MitarbeiterInnen den Grundstein der Unternehmensgeschichte. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 1.600 Angestellte. Menschen in über 100 Ländern können heute mithilfe eines Produkts von MED-EL hören.

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