Montag, 23. Mai 2016

"HeaRT" bahnbrechende Therapiehilfe nach Herzinfarkten

Tirol ist in den Bereichen Gesundheit und Forschung weltweit spitze - Das konnten heute, Montagvormittag, Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und Gesundheits- sowie Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg mit der Präsentation einer neuen medizinischen Sensation beweisen:


Im Projekt „HeaRT“ (Heart Regeneration Technologies) haben Ärzte der Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck gemeinsam mit Industriepartner Nonvasiv-Medical GmbH ein innovatives Stoßwellengerät zur direkten Anwendung am Herzen während einer Herz-Bypassoperation entwickelt. Diese Behandlung bringt bahnbrechende Effekte bei Regeneration und Heilung. In der Europäischen Union erleiden jährlich rund zwei Millionen Menschen einen Herzinfarkt. Zwei Drittel davon überleben, müssen jedoch den Rest ihres Lebens mit Spätfolgen kämpfen.

Erfolgreiche Investorensuche
„Mit der Entwicklung einer neuen Therapie nach Herzinfarkten ist es einem Tiroler Ärzteteam gelungen, eine bahnbrechende Innovation in der Behandlung zu finden. Das Land Tirol ist bereits zu Beginn der Forschungsarbeiten an der Wiege dieses Projekts gestanden. Denn mit der Wirtschaftsförderung geht es uns hauptsächlich darum, bei der Umsetzung von Know how aus unserem Wissenschaftsstandort als Drehscheibe hin zur Wirtschaft zu fungieren“, erklärt LRin Zoller-Frischauf.
Die Wirtschaftslandesrätin freut sich über das mit viel Mut, Engagement und Wissen vorangetriebene Medizinprojekt. „Die Unterstützung der Standortagentur Tirol und des CAST in der Gründungsphase der Projektentwicklung zeigt einmal mehr die Bedeutung der Wirtschaftsförderung des Landes Tirol bis zum internationalen Durchbruch und der Suche nach einem Investor auf.“

Business Angel unterstützt
„Für mich als Business Angel ist es ganz wichtig, nicht nur in eine innovative Idee zu investieren, sondern vor allem in das Team. Die Personen hinter ‚HeaRT‘ haben mich von Anfang an überzeugt – hier passen einfach das Team, der Markt und die innovative Idee der neuen Therapieform für Menschen mit Herzinfarkt zusammen“, bestätigt Harald Oberrauch, Inhaber der Firmen Durst und Alupress, der in einer ersten Investmentrunde samt professioneller Marktstudie der Boston Consulting Group eine substantielle Summe investieren wird. 

Gelungener Brückenschlag Wirtschaft - Wissenschaft
„Innovative Forschung wird erst dann in der Behandlung erfolgreich einsetzbar, wenn auch der Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Wissenschaft gelingt: Für diese wirklich innovative Lösung des Stoßwellengeräts wird der vielversprechende Weg eines ‚Spinnoff‘ der medizinischen Universität Innsbruck gemeinsam mit Unternehmen begangen“, betont LR Bernhard Tilg. 
Als Wissenschaftslandesrat bin ich sehr stolz auf diese herausragende Forschungsleistung von Tiroler Ärztinnen und Ärzten. Als Gesundheitslandesrat freue ich mich mit jeder Patientin und jedem Patienten, denen die neue Therapie nach einem Herzinfarkt die Rückkehr zu einem weitgehend normalen Leben ermöglichen wird. Das bedeutet einen enormen Fortschritt in der Versorgung von Herzpatientinnen und –patienten.“

Durch neue Therapie keine Nebenwirkungen mehr
„Mehr als 40 Prozent aller Todesfälle in den westlichen Industriestaaten sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Eine der prominentesten Erkrankungen darunter ist der Herzinfarkt. Die Forschungsleistung unseres Teams liegt in der Verfeinerung und Weiterentwicklung der Stoßwellentherapie.
Dazu haben wir den kleinsten Stoßwellenschallkopf der Welt entwickelt, um während einer Herz-Bypass-Operation bei offenem Brustkorb direkt am Herzen angewandt zu werden. Dadurch wird eine deutliche Verbesserung der Herz-Pumpleistung bewirkt“, erklärt Johannes Holfeld, Arzt und Firmengründer, der gemeinsam mit Michael Grimm, Direktor der Universitätsklinik für Herzchirurgie, und in Kooperation mit Physikern aus der Industrie wie Christian Dorfmüller dieses Erfolgsteam bildet.

Europaweite Studie kommt
Nach umfangreichen Grundlagenstudien konnte die erste Anwendung am Menschen bereits durchgeführt werden, um die Sicherheit der neuen Therapieform zu beweisen. In einem nächsten Schritt soll in einer groß angelegten, europaweiten Studie an einigen der namhaftesten Herzzentren die überlegene Wirkung bewiesen werden. An der Studie beteiligen sich mehrere hundert PatientInnen.

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