Sonntag, 22. Mai 2016

RWA sucht Innovationen im Agrarbereich

WB vom 20.05.2016 - Lagerhaus-Betreiber RWA startet ein eigenes Programm, mit dem Start-ups im Agrarbereich gefördert werden. Die Idee ist, sich langfristig an den Unternehmen zu beteiligen.



WIEN. Der Dienstleister für den landwirtschaftlichen Bereich und Betreiber der Lagerhäuser, Raiffeisen Ware Austria (RWA), verpasst sich einen Innovationsschub, der letztlich auch den Kunden, also den Landwirten, zugutekommen soll. Dreh-und Angelpunkt dabei ist die im Jänner gegründete Tochter Agro Innovation Lab. Sie versteht sich als Innovationshub des Konzerns, in dem alle Aktivitäten rund um Hightech für die Landwirtschaft künftig gebündelt werden. Das Portfolio des Labs ist derzeit noch relativ überschaubar und umfasst etwa die sogenannte Lagerhaus-Drohnen zur Feldvermessung oder Nützlingsausbringung sowie das Maschinenvermietungsservice Rentflex. Die Geräte erfreuen sich bei den Landwirten großer Beliebtheit.

Suche läuft bis Ende Juni
Doch das kleine Portfolio des Labs soll erweitert werden. Dafür sucht Agro Lab derzeit Start-ups, die Innovationen im landwirtschaftlichen Bereich testen wollen oder bereits Produkte haben und expandieren wollen. Um deren Entwicklung zu beschleunigen, stellt das Lab Geld und Know-how zur Verfügung. Ein drei Monate laufende Programm, Acceleration, wurde gegründet, für das sich Start-ups noch bis Ende Juni bewerben können.

"Letztendlich geht es uns aber darum, eine langfristige Beziehung zu den geförderten Start-ups aufzubauen",sagt Christoph Metzker, RWA-Bereichsleiter Betriebsmittel und Beirat im Innovation Lab. Das heißt, das zur Verfügung gestellte Geld soll `a la longue in eine Beteiligung umgewandelt bzw. das Jungunternehmen komplett übernommen werden. Wie viel Geld insgesamt zur Verfügung steht, wird zwar nicht verraten. Innovations-Lab-Leiter Reinhard Bauer spricht aber von bis zu 35.000 €,die in ein Start-up investiert werden sollen. Zwei Programme pro Jahr mit jeweils fünf Start-ups sollen durchgeführt werden. Für fünf Jahre gebe es eine Finanzierungsgarantie.

Und was haben die Landwirte davon? "Moderne Technologie, die sie sich sonst nicht leisten können",sagt Bauer. Digitalisierung und Hightech sind jedenfalls längst in der Landwirtschaft angekommen. "Und dafür gibt es auch einen Bedarf, vor allem wenn die Technologie leistbar ist", sagt Heinrich Prankl, Leiter der Agrarforschungsstätte BLT in Wieselburg. Start-up-Experte Andreas Tschas spricht von höherer Effizienz, die sich durch den intelligenten Einsatz von neuer Technologie ergibt (siehe Interview rechts).
(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2016-05-20)

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